Das Zentrum der jüdischen Gemeinde Wankheim – ein Mietshaus in der Heerstraße
Vortrag von Tilmann Marstaller und Manuel Mozer
Zwischen 1774 und 1882 lebten in dem kleinen Bauernflecken Wankheim auf den Härten Menschen jüdischen Glaubens. Erlaubt hatte es ihnen der Freiherr von Saint-André. Die kleine Judenschaft, wie sie sich selbst bezeichnete, war bis Anfang der 1790er Jahre auf zehn Familien angewachsen und benötigte Wohnraum. So entschloss sich Freiherr Ernst Philipp 1795 zum Bau eines Mietshauses, in dem mehrere Familien unterkommen sollten. Doch schon fünf Jahre später brannte es ab und der Freiherr ließ es erneut aufbauen.
Heute ist das Haus – neben dem jüdischen Friedhof – das letzte Zeugnis jüdischen Lebens in Wankheim. 2024 untersuchten der Bauforscher Tilmann Marstaller und der Historiker Manuel Mozer das alte Gemäuer. Die gemeinsame Auswertung von bauhistorischen Befunden und von bislang unbekannten schriftlichen Quellen geben Einblick in die Planung, Errichtung und Nutzung des Gebäudes, das weit mehr war als eine „Mietskaserne“. Neben Wohnungen konnten hier auch der Betraum, die Schule, die Mikwe und die Schlachtstelle der Gemeinde nachgewiesen werden.
Eine Veranstaltung vom Schwäbischen Heimatbund, Regionalgruppe Tübingen
Unkostenbeitrag: 5 Euro
Anmeldung: Nicht erforderlich
